DAUER
46 Min.
ERSTAUSSTRAHLUNG
2026
Koscher heiraten – Kuppelei und Liebelei anno dazumal
Wie fand man den richtigen Ehepartner in einer Zeit, in der Liebe oft zweitrangig war? Die Spieldokumentation „Koscher heiraten – Kuppelei und Liebelei anno dazumal“ entführt in die Welt der Partnersuche um die Jahrhundertwende und erzählt von Heiratsmärkten, Vermittlern, Annoncen und gesellschaftlichen Erwartungen.
Im Zentrum steht Sophie von Zerdahelyi, Herausgeberin des ersten Wiener Heiratsannoncen-Blatts, dargestellt von Publikumsliebling Petra Morzé. In einer Epoche, in der Ehen meist aus wirtschaftlichen, sozialen oder familiären Gründen geschlossen wurden, versprachen Zeitungsannoncen neue Wege zum Glück. Hinter den verschlüsselten Chiffren verbargen sich jedoch oft weniger romantische Hoffnungen als vielmehr Fragen von Vermögen, sozialem Status und gesellschaftlichem Aufstieg.
Die Dokumentation beleuchtet die lange Tradition der Partnervermittlung in der jüdischen Kultur ebenso wie die Heiratspraxis der katholischen Mehrheitsgesellschaft. Anhand authentischer Lebensgeschichten zeigt sie, wie Menschen zwischen familiären Erwartungen, gesellschaftlichen Zwängen und persönlichen Wünschen ihren eigenen Weg suchten.
Zu ihnen zählt auch Friederike Sacher, die Tochter eines Gastwirts aus Lunz am See. Als ihr Vater einen Ehemann für sie auswählt, widersetzt sie sich den Plänen der Familie – und kämpft erfolgreich für das Recht, selbst über ihre Zukunft zu entscheiden.
Mit Spielszenen und historischen Quellen erzählt der Film von Liebe, Konventionen und dem langsamen Wandel gesellschaftlicher Vorstellungen von Ehe und Selbstbestimmung im Österreich der Jahrhundertwende.
Drehbuch & Regie: Gigga Neunteufel
Koproduktion mit ORF III
Matchmaking and Courtship – Marriage, Love and Social Expectations in Old Austria
How did people find a marriage partner in an era when love was often secondary to social standing and financial security? This docudrama explores the world of matchmaking, matrimonial advertisements and courtship in Austria at the turn of the twentieth century.
At its centre is Sophie von Zerdahelyi, publisher of Vienna’s first matrimonial newspaper, portrayed by acclaimed actress Petra Morzé. At a time when marriages were primarily arranged for economic or social reasons, newspaper advertisements promised new opportunities to find a suitable partner. Yet behind the coded notices lay calculations of wealth, status and social advancement rather than romantic ideals.
The film examines the long tradition of matchmaking within Jewish communities alongside marriage practices in Austria’s Catholic majority society. Through a series of authentic historical stories, it reveals how individuals navigated family expectations, social conventions and personal aspirations.
One such story is that of Friederike Sacher, the daughter of an innkeeper from Lower Austria. When her father selects a husband for her, she refuses to accept his choice and ultimately succeeds in determining her own future.
Combining dramatic reconstructions with historical research, the film offers a vivid portrait of love, social convention and the gradual emergence of personal choice in matters of marriage in fin-de-siècle Austria.
Written and directed by Gigga Neunteufel
A co-production with ORF III